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Niko Kappel

 

Goldmedaille und persönliche Bestmarke in Rio

 

Geburtstag/date of birth 01.03.95
Beruf/job Firmenkundenberater Volksbank Welzheim
Heimatstadt/hometown Welzheim
Disziplin/diszipline Kugel, Speer, Diskus
Klassifizierung/classification F41 klein
Trainer/coach Peter Salzer
Größter Erfolg/biggest achievment 2016 Paralympics-Goldmedaillengewinner

 

 

  1. Was muss ich tun, um an den Paralympics teilzunehmen?“, fragten Sie 2009. Jetzt sind sie olympischer Goldmedaillengewinner: Verraten Sie uns, was Sie getan haben?

 

Zeit investiert, motiviert sein und viel trainieren natürlich. Man muss ständig aktiv sein und der Leistungssport einen hohen Stellenwert im Leben einnehmen. Zielstrebigkeit und Durchhaltevermögen sind ganz wichtige Faktoren. Aber das Allerwichtigste: Es muss Spaß machen! Es darf nicht zur Last werden, man muss es gerne tun.

 

  1. Wie ist Ihr Leben nach diesem Erfolg für Sie verlaufen?

 

Never change a winning team. Ich habe nach dem Erfolg in Rio nichts geändert. Mein Umfeld, Trainer, Freundin, Familie, Arbeitgeber…es ist alles so geblieben. Natürlich sind die außersportlichen Termine mehr geworden. Aber ich fühle mich wohl. Ich habe ein super Umfeld – auch mit vielen Athleten, die nicht behindert sind. Mich mit ihnen messen zu können, spornt mich zusätzlich an. Kürzlich habe ich bei einem Event in Halle außerhalb des Behindertensports teilgenommen und bin u.a. gegen David Storl angetreten. Das motiviert ungemein.

 

  1. Ist ein inklusiver Wettkampf im Kugelstoßen, mit behinderten und nicht behinderten Sportlern, denk- und umsetzbar?

 

Aus meiner Sicht, nein. Ein solcher Wettkampf wäre zu groß und für die Zuschauer völlig undurchsichtig. Eine Idee wäre, gemeinsame Starts am selben Tag in einem Stadion: Z.B. die 100m der Frauen und danach Kugelstoßen der Kleinwüchsigen. Der logistische Aufwand wäre aber, meiner Meinung nach, auch nicht zu bewältigen. So viele Sportler müssten ja auch in der Stadt erstmal zeitgleich untergebracht werden. So, wie ist momentan läuft, ist es gut. Die Wettkämpfe finden zeitnah nacheinander in der gleichen Stadt statt.

 

 

  1. Welche Bedeutung haben kleinere Events, z.B. der World Para Athletics GP in Berlin, für Sie?

 

Alle Wettkämpfe sind wichtig. Der Mensch ist ein Minimalist, es geht in kleinen Schritten voran. Und viele Meetings helfen dabei natürlich. Außerdem ist Wettkampf, natürlich immer ganz anders als Training. Klar, bei den kleineren Events wünsche ich mir zukünftig mehr Zuschauer. Aber das ist auch Aufgabe von uns Sportlern, die Leute z.B. über Social Media mehr zu erreichen, präsenter zu werden.

 

 

  1. Im Juli steht die WM in London an: Wie gehen Sie mit Ihrer Favoritenrollen um und werden Sie ihr gerecht werden können?

 

Dort zu gewinnen wird wahnsinnig schwer. Die Konkurrenz ist wirklich sehr stark. Die Tagesform wird entscheiden. Natürlich hoffe ich, am Ende der Beste an diesem Tag zu sein.. Mein Ziel ist es ganz klar, erstmalig Weltmeister zu werden.

 

 

  1. Inwiefern spornt sie das Aufstellen eines Weltrekordes an?

 

Das ist auf jeden Fall auch ein Ziel von mir. In Rio war ich nur 7cm dahinter. Ich bin mir sicher, 2017 wird es einen neuen Weltrekord geben. Die Frage ist nur, von wem…

 

 

  1. …warum nicht von Ihnen in Berlin?!

 

(lacht) Hoffentlich. Je früher ich das schaffe, desto besser.

 

 

  1. Behindertensport-Leichtathletik-Berlin: Warum passt dieser Dreiklang?

 

Da muss ich sofort an die Para EM im nächsten Jahr denken, ein großes Event mit vielen Möglichkeiten für unseren Sport. Berlin ist im Behindertensport, insbesondere in der Leichtathletik, schon seit Jahren sehr aktiv. In der Stadt entwickelt sich so viel, das gilt auch für den Behindertensport.

 

 

  1. Welche Chance bietet die Para EM 2018 für den Behindertensport und die Stadt Berlin?

 

In London sind die paralympischen Spiele 2012 von der Bevölkerung super angenommen worden, natürlich auch weil die Briten sehr erfolgreich waren. Dort ist der Behindertensport sehr angesehen. Einen ähnlichen Effekt erhoffe ich mir auch in Berlin. Kurz vor der Para EM, findet die EM der nicht behinderten Sportler statt. Es ist wichtig und schön zu sehen, dass diese Events so eng zusammenrücken. Bessere Werbung für den Sport, kann es doch gar nicht geben. Ganz Berlin guckt auf die Leichtathletik. Kinder werden motiviert, der Nachwuchs kann unmittelbar angesprochen werden. Auch für den Sponsorenbereich ist diese zeitnahe Austragung ideal.

 

 

  1. Ihr größter Wunsch für die Zukunft?

 

Neben dem WM-Titel und dem Weltrekord, gesund zu bleiben. Ich bin noch jung und möchte lange im Sport aktiv sein. Verletzungsfrei zu bleiben, ist dabei ganz wichtig.